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Gemeinsam mit externen Expertinnen (Ernährungswissenschaftlerinnen/ Gesundheitsberaterinnen) entwickelten die Lehrkräfte für ihre jeweilige Schule ein individuelles Konzept zu den Themen Essen, Bewegen und Wohlfühlen.
Zielsetzung war es, dass das Projekt von den Eltern und Lehrern akzeptiert und unterstützt wird, sich nachhaltig in der Schule etabliert, und das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder positiv beeinflusst.
Zur Auswertung sollten einfach zu handhabende Instrumente entwickelt werden, die einerseits Auskunft über die Akzeptanz des Projekts bei den Eltern und Lehrkräften und über eine nachhaltige Etablierung des Projekts geben (Prozessevaluation) und andererseits die Veränderung von Verhaltensweisen und Einstellungen der Schülerinnen und Schüler messen (Ergebnisevaluation).
Die Prozessevaluation
Hat sich das Programm an der Schule etabliert, haben sich gesundheitsförderliche Strukturen entwickelt und wie beurteilen Lehrkräfte und Eltern das Konzept? Entlang dieser Fragen erfolgten leitfadengestützte Interviews mit den beteiligten Lehrerkräften sowie den Schulleiterinnen und Schulleitern. Auch mit den externen Beraterinnen wurden Interviews durchgeführt, die noch einmal die Wahrnehmung der Projekte in der Außensicht erhoben.
Hier gelangen Sie zum Interviewleitfaden SchulleiterInnen.
Hier gelangen Sie zum Fragebogen GesundheitsberaterInnen.
Die Ergebnisevaluation
Essen die Kinder nach der Intervention mehr und lieber frisches Obst und Gemüse als vorher und bewegen sich auch mehr? – Hierzu befragte das Erhebungsteam aufgrund des Alters nicht die Kinder selbst, sondern ihre Eltern. Der Erhebungsbogen beinhaltet Fragen zum Wohlbefinden der Kinder insgesamt und speziell in der Schule, zu ihrem Körpergefühl, zum Ernährungsverhalten, zu ihren Vorlieben und fragt ab, was die Eltern ihren Kindern an diesem Tag mit in die Schule gegeben haben. Die Fragebögen wurden zu Beginn und am Ende der Interventionen an die Eltern verschickt.
Hier gelangen Sie zum Elternfragebogen.
Hier gelangen Sie zum Interviewleitfaden LehrerInnen.
Stichprobe und Rahmen des Projekts
Neun Grundschulen in Niedersachsen führten im Rahmen eines dreijährigen Projektes individuelle Maßnahmen zu den Themen Ernährung, Bewegung und Wohlfühlen durch und testeten den Fragebogen. Das Projekt wurde von der KKH (Kaufmännische Krankenkasse) gefördert.
Die Interventionen
Mit Hilfe der Beraterinnen entwickelten die Schulen individuelle Ideen, die zur jeweiligen Schule „passten“ und die vorhandenen Ressourcen nutzen konnten. Von den verschiedenartigen Projekten möchten wir hier nur einige exemplarisch nennen:
Die Prozessevaluation
Akzeptanz
Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Gesundheitsförderungsprojekten ist die Akzeptanz aller Beteiligten. Hier zeigten sich in den Projektschulen große Unterschiede zwischen den beteiligten Personengruppen. So waren z. B. die Schulleiter der Meinung, dass das gesamte Kollegium das Projekt unterstützte. Die direkt am Prozess beteiligten Lehrkräfte und die Beraterinnen und Berater wünschten sich hingegen z. T. mehr Rückenstärkung ihres Kollegiums. Auf der anderen Seite schätzten die Lehrenden die Beraterinnen mehr als es die Schulleiter taten. Insbesondere hoben sie ihre Einfühlsamkeit, ihr Engagement und ihre Qualifikation hervor.
Transparenz
Obwohl 76% der Eltern ein Projekt wie Essen-Bewegen-Wohlfühlen für sinnvoll halten, fühlten sich 30% von ihnen nicht ausreichend informiert.
Umsetzung
In acht Schulen konnte Gesundheitsförderung in Form eines Arbeitskreises in den Schulablauf integriert werden, fünf wollen es sogar in ihr Schulprogramm aufnehmen.
Die Arbeit im Projekt beurteilten die Schulen insgesamt positiv. Besonders gut gelungen fanden sie die Aktionstage, die auch auf andere Schulen übertragen werden könnten.
Ernährung
Die Lehrerinnen und Lehrer beobachteten vor allem im Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler eine Veränderung. Sie achteten untereinander mehr auf eine gesunde Ernährung und brachten mehr Obst mit in die Schule. Knapp 40 % der Eltern gaben an, dass sie in den letzten zwei Jahren eine Veränderung im Ernährungs- und Bewegungsverhalten ihrer Kinder feststellen konnten.
Bewegung
Die Bewegungshäufigkeit bei den Schülerinnen und Schülern ist während der Projektlaufzeit zurückgegangen. Dies könnte jedoch auch auf eine mit den Schuljahren zunehmende Belastung durch Hausaufgaben bzw. Zunahme der Schulstunden zurückzuführen sein.
Wohlfühlen
Das Klima in den beteiligten Schulen hat sich nach Aussage der Beteiligten teilweise deutlich verbessert. Insgesamt hat die Schulfreude jedoch etwas abgenommen. Dies deutet darauf hin, dass auch eine erfolgreiche Projektarbeit den Trend zu einer Abnahme der Schulfreude mit zunehmendem Alter nicht nachhaltig beeinflussen kann.
Letzte Bearbeitung: 03.03.2010
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