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Partizipation – der Schlüssel zum Erfolg? Ziel war die Entwicklung eines Fragebogens, der genau auf die Gruppe der sozial benachteiligten Jugendlichen abgestimmt ist, ihre Interessen abbildet und leicht verständlich konzipiert ist. Er soll die Wirksamkeit von Maßnahmen der Gesundheitsförderung überprüfen und widerspiegeln, ob sich in den Bereichen Ernährung, Wohlbefinden, Gesundheitszustand, Lernklima sowie im Sozialverhalten der Jugendlichen etwas verändert hat.
Den richtigen Ton treffen – Was interessiert Jugendliche wirklich?
Für die Entwicklung eines Fragebogens war es für uns wichtig herauszufinden:
Antworten auf diese Fragen sollten die folgenden beiden Methoden geben:
Nicht-teilnehmende Beobachtung
Die Untersuchungsleiterin besuchte über einen Zeitraum von mehreren Monaten den Unterricht. Dieses Vorgehen ermöglichte ihr, die Jugendlichen sowie die gesundheitsförderlichen Aktivitäten besser kennen zu lernen. Sie erlebte die Jugendlichen in ihrem Schulalltag, nahm aber selbst nicht aktiv am Unterricht teil.
Fokusgruppen
Die Jugendlichen diskutierten in zwei Fokusgruppen mit 9-10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Gesundheitsthemen – aus Konzentrationsgründen in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde. Die Untersuchungsleiterin gab die Themen vor und strukturierte die Diskussion. Anschließend fassten die Jugendlichen ihre Ergebnisse selbstständig auf einer Wandzeitung zusammen.
Der Fragebogen
Auf Grundlage der oben beschriebenen Methoden wurde ein Fragebogen entwickelt. Hieran waren die Lehrerinnen und Lehrer beteiligt. Sie kennen ihre Schülerinnen und Schüler gut und konnten so hilfreiche Hinweise geben.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Gruppe der sozial benachteiligten Schülerinnen und Schüler einige Merkmale aufweist, die bei der Entwicklung eines Fragebogens berücksichtigt werden müssen, damit sie nicht überfordert werden:
Der Fragebogen muss deshalb klar strukturiert sein, einfache Fragen enthalten und darf nicht zu lang sein.
Der Fragebogen umfasst folgende Themenblöcke:
Hier gelangen Sie zur Langfassung des TeilnehmerInnen-Fragebogens.
Hier gelangen Sie zur Kurzfassung des TeilnehmerInnen-Fragebogens.
Stichprobe
Die Stichprobe bestand aus 83 Schülerinnen und Schülern ohne Hauptschulabschluss im Alter von 15 bis 19 Jahren. Rund 65% waren Mädchen und 35% Jungen. Sie besuchten alle die Berufseingangstufe / Berufsfachschule (B/BFS) des Schulzentrums Delmestraße in Bremen.
Die meisten von ihnen sind sozial stark belastet und haben negative Schulerfahrungen gemacht. Die Schuluntersuchung ermittelte bei rund ¾ dieser Jugendlichen einen auffälligen Gesundheitsstatus.
Interventionen
Fit in den Tag – Das Schulzentrum Delmestraße nimmt die Gesundheitsförderung ihrer Schülerinnen und Schüler sehr ernst. Das Projekt „Veränderung der Lebensführung durch Bewegung und gesunde Ernährung als Prävention vor Zivilisationskrankheiten“ umfasste eine Vielzahl von kleineren Projekten wie z. B. Hip Hop-Kurse und die Einrichtung einer Schulcafeteria.
Da viele der Jugendlichen morgens mit leerem Magen in die Schule kommen und auch kein Pausenbrot mitbringen, war das gemeinsame Frühstück ein wichtiger Teil des Gesamtprojektes.
Die Schule erhielt eine Förderung der Techniker Krankenkasse, so dass jede teilnehmende Klasse einen bestimmten Etat zur Verfügung hatte. Sie konnten selbst entscheiden, was und wann sie frühstücken wollen. Die Jugendlichen kümmerten sich um die Bestellung der Lebensmittel, das Tischdecken, Aufräumen, Abwaschen und Ausfegen des Raumes. Sie nutzten diese Tätigkeiten auch, um Erlebtes auszutauschen und miteinander in Kontakt zu kommen.
Ergebnisse
Die Anwendung des Fragebogens hatte zunächst das Ziel, die Brauchbarkeit des Instrumentes zu überprüfen. Im Vordergrund stand somit nicht die Wirksamkeit der Maßnahmen, sondern die Verständlichkeit des Instruments. Dieser Testdurchlauf zeigte z. B., dass der Fragebogen in einigen Punkten nicht gut verständlich war. So kannten zahlreiche Jugendliche die Begriffe „Staatsangehörigkeit“ oder „Aufschnitt“ nicht. Diese wurden darauf hin für die zweite Erhebung geändert.
Die inhaltliche Auswertung des Fragebogens unterstreicht die sozial und gesundheitlich prekäre Lage der Jugendlichen.
Die Hälfte der Befragten lebt hauptsächlich bei ihren leiblichen Eltern, rund 13 % gaben jedoch an, in den letzten 12 Monaten ein- oder mehrmals ohne Unterkunft gewesen zu sein.
Etwa ein Drittel der Teilnehmenden ist nach Ermittlung des Body Mass Index (BMI) nicht normalgewichtig, wobei häufiger Untergewicht vorliegt als Übergewicht.
41,8% der Jugendlichen verbringen mehr als 3 Stunden täglich vor dem Fernseher, die gleiche Zeit verbringen 47,1% am Handy.
Knapp 20% der Jungen und Mädchen leiden nach eigenen Angaben an einer dauerhaften Erkrankung, die sie in ihrem Leben stark einschränkt.
Letzte Bearbeitung: 09.03.2010
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