Evaluation für die Praxis

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Motorikcheck – MotKo 4-6

Ziele

Einen Motoriktest entwickeln, der einfach zu handhaben ist, aber trotzdem hohen Qualitätsanforderungen genügt – keine leichte Aufgabe. Das BIPS entwickelte einen Test, dessen Aufgaben in spielerischer Form gestaltet sind, die Kinder zur Teilnahme animieren, die Gesamtheit der motorischen Fähigkeiten abbilden, durch geringe Übbarkeit Lerneffekte vermeiden und mit wenig Aufwand und ohne komplizierte Geräte durchführbar sind.

Kurz: Ein Evaluationstool zum Einsatz im pädagogischen Alltag.

Evaluationstools

Das BIPS kürzte und veränderte einen bereits bestehenden Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder (MOT 4-6, Zimmer & Volkamer 1987), so dass er in der Praxis leicht anwendbar ist.

Der Motoriktest

Der Test besteht aus insgesamt sieben Übungen:

  • Sprung in einen Reifen (Aufwärmübung, nicht bewertet)
  • Balancieren vorwärts
  • Tennisbälle in Kartons legen
  • Durch einen Reifen winden
  • Hampelmannsprung
  • Rolle um die Längsachse
  • Drehsprung in einen Reifen

Die Kinder haben für jede Übung zwei Versuche. Je erfolgreicher sie die Übungen durchführen, desto mehr Punkte erhalten sie.

Anhand der Ergebnisse können die Erzieherinnen und Erzieher folgende Bereiche der Motorik beurteilen:

  • die gesamtkörperliche Gewandtheit und Koordinationsfähigkeit
  • das Gleichgewichtsvermögen
  • die Sprungkraft und
  • die Bewegungsgeschwindigkeit der Kinder.

Die Anleitenden erhielten im Rahmen der Testentwicklung vor der Durchführung eine Schulung vom BIPS-Team und konnten den Motoriktest danach ohne viel Material- und Zeitaufwand durchführen.

Hier gelangen Sie zum MotKo 4-6.

Instrumente im Einsatz

Beispiel: Der MotKo in Bremer Bewegungskindergärten

Stichprobe
Äpfel mit Birnen vergleichen? Nur ein direkter Vergleich lässt eine Aussage über die Wirkung des Programms in Bewegungskindergärten zu. Deshalb führte das BIPS den Motoriktest in acht Bewegungskindergärten und acht „Vergleichskindergärten“ ohne spezielles Bewegungskonzept durch.

Das Konzept Bewegungskindergarten
Damit ein Kindergarten das Prädikat „anerkannter Bewegungskindergarten“ tragen darf, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • in sein pädagogisches Konzept sollte das Prinzip „Bewegungserziehung“ oder der „Psychomotorische Ansatz“ integriert sein,
  • pro Woche müssen mindestens vier Bewegungsstunden von einer qualifizierten Fachkraft durchgeführt werden und
  • für die Übungsstunden muss ein geeigneter Bewegungs- und Mehrzweckraum mit einer kindgerechten Ausstattung zur Verfügung stehen.

Ergebnisse
Übung macht den Meister – Insgesamt schnitten die Kinder aus Bewegungskindergärten besser ab als Kinder aus Nicht-Bewegungskindergärten. Dabei scheinen die Bewegungsstunden besonders hilfreich für die Entwicklung der Koordinationsfähigkeit zu sein. Ausgesprochen deutlich wird dies bei der Übung „Hampelmannsprung“, bei der die Kinder aus Bewegungskindergärten besser abschnitten. Diese Übung erfordert ein hohes Maß an koordinativen Fähigkeiten und scheint insgesamt für die Kinder schwierig zu sein.
Bei leichteren Übungen, wie z. B. dem „Balancieren vorwärts“ ist der Unterschied zwischen Kindergärten mit und ohne Bewegungsprogramm nicht so deutlich.



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