Evaluation für die Praxis

Einzelne Suchbegriffe werden durch ein Leerzeichen getrennt.

Mögliche Suchoptionen:

suchwort = Das Wort "suchwort" kann vorkommen

+suchwort = Das Wort "suchwort" muss vorkommen

-suchwort = Das Wort "suchwort" darf nicht vorkommen

suchwort* = Das Wort beginnt mit "suchwort"

Pausenbrotcheck

Ziele

Die Zusammensetzung des Pausenbrots schnell und einfach erheben – ein hoch gestecktes Ziel? Auf möglichst unkomplizierte Weise sollte die Qualität der mitgebrachten Pausenbrote erfasst und auf dieser Basis die Wirksamkeit von Interventionsmaßnahmen zu Verbesserung der Ernährung in den Pausen evaluiert werden. Hierfür entwickelte das BIPS einen Pausenbrotcheck, der in der Handhabung leicht zu erlernen und schnell durchzuführen ist, auf komplizierte Abmess- und Wiegeprozesse der Lebensmittel verzichtet und über eindeutige Portionsgrößen und Mengenangaben verfügt.


Evaluationstools

Der Erhebungsbogen
Die Pausenbrotcheckliste erfasst alle Bestandteile des Schulfrühstücks der Kinder. Eigentlich müssten die Lebensmittel hierfür genau identifiziert und gewogen werden. Ein solches Vorgehen ist jedoch sehr aufwendig und stößt in der Praxis schnell an seine Grenzen (zu teuer, zu zeitaufwendig, zu theorielastig etc.).
Deshalb arbeitet die Pausenbrotcheckliste mit einfachen und überschaubaren Messgrößen, wie Scheibe, Stück, Esslöffel, Kinderhand und Becher. So ist der Pausenbrotcheck ohne großen Aufwand durchzuführen. Alle typischen Bestandteile einer Pausenverpflegung für Kinder werden erfasst und können bei Bedarf (z. B. für Auswertungen nach ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten) in genauere Mengeneinheiten umgerechnet werden.

Hier gelangen Sie zum Erhebungsbogen.

Die Elternbefragung
Die Einschätzung der Eltern – ein Spiegelbild des Pausenbrotchecks? Zusätzlich zum Pausenbrotcheck wurden die Eltern der Kinder befragt. Hierfür setzte das BIPS den Elternfragebogen des Projektes Essen-Bewegen-Wohlfühlen ein. Der Erhebungsbogen beinhaltet Fragen zum Wohlbefinden der Kinder in ihrem Körper und in der Kita, zum Ernährungsverhalten, zu ihren Vorlieben und fragt ab, was die Eltern ihren Kindern an diesem Tag mit in die Kita gegeben haben.

Hier gelangen Sie zum Elternfragebogen.


Instrumente im Einsatz

Beispiel: Der Pausenbrotcheck in Bremer Kindertagesstätten

Stichprobe
Der erste Pausenbrotcheck fand in 16 Bremer Kindertagesstätten in unterschiedlichen sozialen Umfeldern statt. Das Erhebungsteam holte vorab die Erlaubnis der Eltern ein, führte den Pausenbrotcheck dann aber zu einem unangekündigten Zeitpunkt durch. Nach Auswertung der Ergebnisse wurden anhand des Pausenbrotes die Kitas mit dem schlechtesten Ernährungsprofil ermittelt. In diesen vier Kitas wurden ernährungsbezogene Interventionen durchgeführt und ihre Wirksamkeit durch einen erneuten Pausenbrotcheck evaluiert.

Interventionen
Kindergartenübergreifende Fokusgespräche mit den Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie mit Ernährungsfachkräften dienten dazu, ein Förderprogramm mit dem Schwerpunkt „Frühstücksversorgung von drei- bis sechsjährigen Kindern“ zu entwickeln. Es umfasste u. a.:

  • Pädagogische Aktivitäten mit Kindern
  • Gesundes Frühstücksbuffet mit und ohne Beteiligung der Kinder
  • Info-Tisch „Frühstück“
  • Rezepte/Kostproben für Eltern
  • Ausstellung zum Thema „Gesundes Frühstück“
  • Aktion „was Frisches/Buntes zum Frühstück“
  • Information im Elterncafé
  • Elterninfoabend oder -nachmittag
  • BIPS Frühstücksfaltblatt
  • BIPS-Elternbriefe

Vorgehen bei der Auswertung
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswertung des Pausenbrotchecks. Das Vorgehen sollte sich daran orientieren, welche Aspekte von besonderem Interesse sind und wie einfach bzw. wie kompliziert Sie die Analysen gestalten wollen. Eine genaue Beschreibung möglicher Auswertungsverfahren finden Sie hier

Ergebnisse
Im Vordergrund des Projektes stand nicht die Bewertung der durchgeführten Maßnahmen, sondern die Entwicklung eines praxistauglichen Erhebungsinstruments.
In der Hälfte der Kindergärten verbesserte sich nach Durchführung der Interventionen das Ernährungsprofil der Kinder, bei den anderen 50% deutete sich jedoch eher eine Verschlechterung an. Diese Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu behandeln, da es sich um extrem kleine Fallzahlen handelte und so z.B. schon das Fehlen eines Kindes zu großen Verzerrungen führen kann. Für allgemeingültige Aussagen wäre eine Erhebung mit größeren Fallzahlen nötig.

Letzte Bearbeitung: 03.03.2010



webDesign by WEDOSYS