Evaluation für die Praxis

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Grundschule

Da in der Regel alle Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren unabhängig von ihrem sozialen Status die Grundschule besuchen, bietet diese ein ideales Setting.

An Gesundheitsförderungsmaßnahmen in der Grundschule können abhängig von der jeweils spezifischen Maßnahme die Schulleitung, die Lehrer, die Kinder und die Eltern beteiligt werden. Aber auch übergeordnete Institutionen wie z.B. Schulämter, das Bildungsministerium und Interessenverbände können eine Rolle spielen.

Folgende allgemeine Anforderungen bestehen für Evaluationsvorhaben:

  • Alle Erhebungsinstrumente müssen praktikabel und verständlich sein. Dazu muss der zeitliche Aufwand überschaubar sein.
  • Glaubwürdigkeit und die erfolgreiche Durchführung von Erhebungen hängen von der Akzeptanz und dem Verständnis dafür bei den Zielgruppen ab. Die Zusicherung eines vertrauensvollen Umgangs mit den Daten und Transparenz bei Erhebung und den Ergebnissen sind wichtig, um dies zu erreichen.

Richten sich die Interventionen an die Gruppe der Kinder, ist bei der Evaluation Folgendes zu beachten:

  • Für jegliche Messungen/Erhebungen bei den Kindern ist stets die Einverständniserklärung der Eltern einzuholen.
  • Klassische Fragebogenerhebungen oder Interviews sind zur Erhebung von Veränderungen des Gesundheitsverhaltens bei kleinen Kindern selbst (unter 10 Jahre) nur bedingt anwendbar.
  • Erhebungen können dennoch stattfinden, indem z.B LehrerInnen und dem Kind nahestehende (erwachsene) Familienmitglieder befragt werden oder indem Beobachtungen der Kinder systematisch festgehalten werden. Auch die Durchführung von z.B. motorischen Tests ist möglich.

Für andere Fragestellungen bietet es sich an, die Lehrer und Lehrerinnen, Eltern oder andere Personen zu befragen. Auch hier gilt, dass die Erhebungsinstrumente zu den Befragten „passen“ müssen (z.B. wenn Eltern schlecht Deutsch sprechen). Mitunter bietet es sich an, statt Fragebögen zu verteilen und ausfüllen zu lassen, strukturierte Interviews (mit einem Leitfaden) zu führen. Auch hierüber können wichtige Informationen zum Erfolg einer Intervention gesammelt werden.

Wie kann dies in der Praxis aussehen?

Essen – bewegen – wohlfühlen: Neun Grundschulen in Niedersachsen probierten mit Unterstützung externer Beraterinnen individuelle Konzepte zur Gesundheitsförderung aus. Mit speziell hierfür entwickelten Fragebögen und Leitfadeninterviews für Eltern, Schulleiterinnen, Lehrende und MultiplikatorInnen, sowohl zur Prozess-, als auch zur Ergebnisevaluation, kann überprüft werden, ob sich das Gesundheitsverhalten der Kinder verändert hat und ob die Maßnahmen fester Bestandteil des Schulprogramms geworden sind.

Auch der NPAQ-Fragebogen wurde für diese Zwecke erprobt. Mit geringem Aufwand können mit dessen Hilfe Aussagen über die körperliche Aktivität von Kindern getroffen werden.

Letzte Bearbeitung: 01.03.2010



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