Evaluation für die Praxis

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Kindertagesstätte

Gesundheitsförderung sollte so früh wie möglich ansetzen. Das Setting Kindergarten hat deshalb eine besondere Bedeutung, da ein großer Teil der Kinder im vorschulischen Alter erreicht werden können. Kinder im Vorschulalter sind offen und begierig Neues zu lernen. Kindertagesstätten bieten sich auch deshalb an, weil hierüber Eltern angesprochen werden können. Eltern mit jüngeren Kindern sind in der Regel für Gesundheitsbelange besonders sensibel.

Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Kindergarten haben als Zielgruppe meist die Kinder, aber auch Eltern und die Erzieherinnen und Erzieher können angesprochen werden.

Für Evaluationen in Kindertagesstätten ergeben sich die folgenden allgemeinen Anforderungen

  • Alle Erhebungsinstrumente müssen praktikabel und verständlich sein. Dazu muss der zeitliche Aufwand überschaubar sein.
  • Glaubwürdigkeit und die erfolgreiche Durchführung von Erhebungen hängen von der Akzeptanz und dem Verständnis dafür bei den Zielgruppen ab. Die Zusicherung eines vertrauensvollen Umgangs mit den Daten und Transparenz bei Erhebung und den Ergebnissen sind wichtig, um dies zu erreichen.

Interventionen in Kindergärten richten sich in der Regel an die Kinder. Deshalb ist für die Evaluation außerdem zu beachten:

  • Für jegliche Messungen/Erhebungen bei den Kindern ist stets die Einverständniserklärung der Eltern einzuholen.
  • Klassische Fragebogenerhebungen oder Interviews sind zur Erhebung von Veränderungen des Gesundheitsverhaltens bei kleinen Kindern selbst (unter 10 Jahre) nicht anwendbar.

Erhebungen können dennoch stattfinden, indem z.B. ErzieherInnen und dem Kind nahestehende (erwachsene) Familienmitglieder befragt werden oder indem Beobachtungen der Kinder systematisch festgehalten oder sogar in Form eines Tests dokumentiert werden.

Wie kann dies in der Praxis aussehen?

Stellen Sie sich vor, Sie führen Bewegungsangebote im Kindergarten durch und möchten erfahren, welchen Effekt diese haben. Mit dem Bewegungstest MotKo können Sie z.B. das Bewegungsverhalten 4-6-jähriger Kinder erheben.

Aber auch Eltern bzw. Erziehungsberechtigte können verlässlich Auskunft über das Bewegungsverhalten von Kindern geben. Ein für diese Zwecke erprobtes Instrument ist z.B. der NPAQ-Fragebogen, mit dessen Hilfe unter geringem Aufwand Aussagen über die Aktivität von Kindern getroffen werden können.

Eine andere Frage könnte sein: Kann die Pausenverpflegung im Kindergarten verbessert werden? Was Kindergartenkinder frühstücken, erfasst ein neu entwickelter Pausenbrotcheck.

Letzte Bearbeitung: 03.03.2010



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