Evaluation für die Praxis

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In der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Auch Jugendliche und junge Erwachsene sind häufig Zielgruppen für Prävention und Gesundheitsförderung. In dieser Bevölkerungsgruppe sind für die Evaluation folgende Aspekte (in Abhängigkeit vom Alter der Zielgruppe) wichtig:

Allgemein

  • Alle Erhebungsinstrumente müssen praktikabel und verständlich sein. Dazu muss der zeitliche Aufwand überschaubar sein.
  • Richtet sich der Fokus auf sozial Benachteiligte, muss auch bei der Wahl des Erhebungsinstrumentes berücksichtigt werden, dass die Zielgruppe mitunter besondere Eigenschaften besitzt, die mit der Benachteiligung in Verbindung stehen (z.B. geringe Frustrationstoleranz, geringe Konzentrationsfähigkeit, geringe Abstraktionsfähigkeit, Lese- und/oder Rechtschreibschwäche, geringe Deutschkenntnisse); es kann daher hilfreich sein, die Befragten bei der Auswahl der Erhebungsinstrumente zu beteiligen und z.B. die Fragebögen vorab zu erproben.

Jugendliche und junge Erwachsene

  • Auch hier besteht aus rechtlicher Sicht bis zum Abschluss des 18. Lebensjahres die Notwendigkeit, die Einverständniserklärung der Eltern einzuholen.
  • Gerade bei Jugendlichen bietet es sich an, mit diesen gemeinsam die Erhebungsinstrumente zu entwickeln – das sichert Akzeptanz und wird dem partizipativen Grundgedanken der Gesundheitsförderung gerecht.

Wie kann dies in der Praxis aussehen?

Sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Delmestraße in Bremen beginnen ihren Lerntag mit einem gemeinsam organisierten Frühstück. Wirkt sich diese Maßnahme positiv auf ihr Gesundheitsverhalten aus? Um solche Fragen zu beantworten, wurden verschiedene Fragebögen entwickelt, die sich an Schülerinnen und Schüler wenden und als lange Fassung sowie Kurzfassung vorliegen.

Das Präventionsprogramm „Erwachsen werden“ der Organisation Lions Quest fördert allgemeine Handlungskompetenzen (life skills) von Schülerinnen und Schülern. Die Universität Bielefeld hat für die Erfolgsmessung des Programms Fragebögen für Kinder und Jugendliche konzipiert und diese an Hauptschulen und Gymnasien zum Einsatz gebracht.

Junge, sozial benachteiligte Männer und Frauen, die in Jugendwohngruppen leben, bereiteten mit Hilfe externer Anleitung einmal wöchentlich gemeinsam Mahlzeiten vor, kochten, aßen und räumten hinterher wieder auf. Diese Maßnahme sollte ernährungsbezogene Lebenskompetenz fördern. Zur Überprüfung wurden Fragebögen für Teinehmende (auch in Kurzfassung verfügbar) entwickelt.

Im Methodenkoffer finden Sie weitere interessante Instrumente, die bei der Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene eingesetzt werden können.

Letzte Bearbeitung: 01.03.2010



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